Mai 2017

Mai 2017

Tanz in den Mai

Wieder einmal hat sich die Natur aufgemacht, uns mit atemberaubenden Farben, Gerüchen und Klängen aus der langen, grauen Winterzeit zu erlösen. Und wie alle Generationen vor uns, sind auch wir modernen Menschen sehr archaisch davon berührt. Vormals wurden diese Tage als das Fest Beltane gefeiert. Zum Erbitten und zu Ehren der Fruchtbarkeit wurden Vereinigungsrituale der Yin- und Yang-Kräfte gefeiert, die das Polare in ihrem Zusammenspiel wertschätzten und die gegenseitige Ergänzung, die alleine die Ganzheit bedeutet, wertschätzten.

Das Maifest ist auch die Gelegenheit, die warme Jahreszeit, die Zeit der Yang-Kräfte, des Feuers und unser Leben im Freien zu begrüßen. Zum Gegenstück des Festes Samhain – heute Allerheiligen, oder Halloween - das uns aus der Außenorientierung in unsere innere Mitte bringt.

Doch im Alltag brauchen wir ständig sowohl den einen, als auch den anderen Impuls, um das Leben zu meistern. Wenn wir uns heuer den sommerlichen Yang-Kräften öffnen, werden wir gleichzeitig von einem weiteren Feuerimpuls "bestrahlt":

Seit dem letzten Aprilwochenende ist für eineinhalb Jahre der Mondknoten in das Zeichen Löwe gewandert. Es bedeutet, unser Weg geht in dieser Zeit für die Einen in die Befreiung aus engen Strukturen dorthin, das eigene Zentrum zu stabilisieren, der eigene Anker zu sein. Also letztendlich eine Kraft zur Selbstemanzipation. Auf der anderen Seite unterstützt diese Zeitqualität auch Machtstreben, Reichtum, Machterhalt, Ich-Präsenz und Unterdrückung. Das eine lebt dann vom Anderen, wenn unbewusst damit umgegangen wird und das eigene Emporsteigen auf Kosten anderer geht.

Was erwartet uns also in dieser Feuer-dominierten Ausrichtung?

Wir selbst können für uns diese Zeit dazu nutzen, um immer klarer die Verantwortung für unsere Bedürfnisse, deren Erfüllung zu übernehmen oder deren Unangemessenheit zu erkennen. Diese Zeit eignet sich dazu, uns immer klarer unserer Projektionen bewusst zu werden, um immer besser uns selbst und andere in Frieden lassen zu können und die Einflussnahme von außen immer mehr von uns fern zu halten. Auch erkennen wir dann die Angst, die auf beiden Seiten hinter Macht- und Ohnmachtsstrukturen steckt.

So wünsche ich uns, dass aus dieser turb- u –lenten Zeit eine turb- o –lente Zeit der Erkenntnis und Erweiterung wird. Für eine friedliche Welt in uns und für alle.

Liebe Maigrüße!

Die Sabine